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Fernhalten, das

Es gab eine Zeit, in der war es leichter. In dieser Zeit waren wir nichts füreinander. Wir wollten uns nicht. Wir brauchten uns nicht. Wir waren gemeinsam einsam. Das war alles.

Ich sollte Abstand nehmen. Ich sollte mich fern halten. Mich fern halten. Wie hält man sich eigentlich fern? Sich halten. In großem Abstand. Ich brauche Abstand. Von mir. Um mich wieder halten zu können. Kraft mal Hebelarm. Je größer der Hebelarm, desto größer das Drehmoment. Je größer mein Abstand, mein Hebelarm, ist, desto weniger Kraft muss ich aufbringen, mich zu drehen. Ja, so wird es sein.

Du tust ja auch das gleiche.

Du hältst wieder dich, währen ich eben mich halte.

So einfach wird es sein.

21.11.16 21:26


Grund

Ich brauche einen Schnitt.

Ich brauche einen klaren, tiefen, harten Schnitt. Einen, der alles unterbricht. Die Atmung. Den Blutfluss. Den Lauf der Zeit. Jede Bewegung. Damit es weiter geht. Damit. Es. Weiter. Geht. Damit es sich in eine andere Richtung dreht. Dieser Weg hat zu einem Ende geführt. Das Ende ist dieser unaushaltbare leere Raum. Wie im Auge des Tornados. Alles still. Alles dreht sich. Inmitten bist du. Orientierungslos. Keine Möglichkeiten. Weder vor noch zurück.

Ich brauche einen Schnitt.

Einen von der Art, der dir dein Mark erschüttert. Er muss die Welt verrücken, muss sie gleichzeitig verdampfen und verflüssigen, so lange bis ein neuer Grund entsteht. Ein neuer Grund, auf dem ich weiter kann. Einen neuen Grund, weswegen ich weiter kann. Auf diesem wächst nichts mehr.

 

Wie lange mag das wohl her sein? 

Schnitt. Trigger. Blut. Trigger. Leere. Trigger. 

Bedeutungen verschieben sich. Wahrnehmungen verdrehen sich. Das einzig rationale ist, dass sich auch die Welt verrückt. Mehr ist nicht notwenig. Das weiß ich. Sie braucht nur einen Knick, eine Stufe, einen Schnitt.

1.7.16 00:21


Veränderungsmanagement

Ich stehe im Konferenzsaal eines großen Hotels. halte rechteckige, magentafarbene Schilder mit weißer Aufschrift in den Händen und versuche schnellstmöglich Orientierung zu finden. Ich lese "Custumer Finance" und finde sofort, mit einem Blick in den Raum, den Bestimmungsort in des Schildes. Und dann, dann irre ich umher. "Veränderungsmanagement". Veränderungsmanagement. Veränderungsmanagement. Ich bleibe irgendwann in mitten des Raumes, der wahrscheinlich größer ist, als das Vierfache meiner Wohnungsgrundfläche, und starre auf das Schild. Veränderungsmanagement. Mein Gott. Ich befinde mich in einer Analogie meines Lebens. Völlig orientierungslos stehe ich vor Veränderungen und finde keine Station, um diese Veränderungen zu managen. Diese Erkenntnis verpasst mir einen kurzen aber brutalen Stich ins Herz. Ich schüttle diesen Gedanken, diese Erkenntnis, diesen Schmerz aus meinem Körper und mache weiter.

Eigentlich.

Eigentlich sind diese Veränderungen okay. Ich habe die letzten sieben Jahre auf eben diese Veränderungen hinausgearbeitet. Und im Grunde habe ich keine Angst davor, was auf mich zu kommt und welche Folgen das haben wird.

Im Grunde.

 

16.4.16 14:33


Teer

Heute begann es mit einer dummen nachmittäglichen Serie. Eine Szene. Ein kurzer Moment. Während ich mir mein Essen reinzwänge. Während es nach nichts schmeckt.

Sie bläst mir das Hirn aus dem Kopf. Bälst Erinnerungen rein. Bläht sie auf - mein Gott, wie groß die werden können! Sie nehmen abscheuliche Formen an. Drängen sich mit jedem Ein- und Ausatmen tiefer in meine Lungenbläschen und setzen sich dort fest wie schwarzer Teer.

Ich bekomme keine Luft mehr. Werde kurzatmig. Werde schwach. Du. Du machst mich schwach. Ich glaube immernoch, dass es eine Art Sucht ist oder sowas. Erst fixt du mich an. Und dann erwartest du etwas dafür. Nur ein bisschen anders. Weil du eigentlich gar nichts erwartest. Du gibst mir nur nichts mehr. Nichts von dem, was ich nunmehr brauche. Brauche. Du. Machst. Mich. Schwach.

 

Hoffentlich ist das alles bald vorbei. 

 

 

 

 

29.1.16 20:58


Sprung

Bewerten. Oder besser urteilen. Wir urteilen so unglaublich gerne. Ich urteile gerne. Wieso eigentlich ist dieses Wort so negativ behaftet? Denn eigentlich bedeutet das nichts anderes als seine Meinung abzugeben. Weshalb die Menschen nicht zueinander finden, liegt wohl daran, dass sie sich gegenseitig zu hart, zu streng bewerten, ja, sich sogar für Dinge ver-urteilen.

vielleicht bedeutet allein sein im Grunde sich nicht einlassen.

 

so ein Scheiß.

6.1.16 20:57


L.

... und ein weiteres halbes Jahr ging das so weiter zwischen uns. Wir taten das was wir am besten konnten und am liebsten mochten. Nur reden wollten wir nicht. Weil wir beide wussten, dass wir uns gegenseitig verletzen würden. Oder vielmehr du mich. Weil sich nichts verändert hatte, seit dem wir das letzte mal miteinander geredet hatten. Es war nur.. so leicht mit dir. Das Leben war leicht mit dir. Nie haben wir uns gezwungen. Wir taten das, wozu es uns getrieben hat. Wir haben alles genossen.

Doch dann fragte ich. Du sagtest, es käme dir vor als wäre ich unsicher. Ich sagte, ich wäre es. Deine Antwort war vernichtend. Jede Sekunde, in der wir geschwiegen haben, platzte vor schmerz ein weiteres Stückchen von meinem Herzen ab. Eine schlimme unerwartete Oxidation. Die salzige Feuchte muss es vorangetrieben haben. Aber es ist als hätte es sich tiefer und tiefer gefressen.

Und nun sehe ich, in dieser Leere, diesem Vakuum hängend, wie ganz ganz langsam, in Slow Motion Schichten von meinem Herzen abplatzen und leise herunter rieseln. Würde ich es nicht fühlen, ware es unbeschreiblich schön.

 

Ich kann nichts anderes sagen als

Ich habe dich geliebt, L., ich glaube ich habe dich wirklich gewollt.

30.7.15 12:03


Einbruch und Beschädigung

Seit ein paar Tagen bin ich ein Jahr älter und ich fühle mich immer wieder, von Zeit zu Zeit zurück versetzt in Zeiten von vor zehn Jahren. Ich habe keine Lust auf einen Rückblick oder sowas. Wie habe ich mich in den letzten zehn Jahren weiter entwickelt? Blabla-Geschwätz. Ich frage mich nur ob mein Paket schwerer oder leichter oder gleich geblieben ist. Ja, die Inhalte mögen sich teils verändert haben. Aber die Frage ist, welche Richtung diese Entwicklung oder Veränderung eingeschlagen hat. Es gibt eben Zeiten, hin und wieder einmal, in denen ich absolut das gleiche fühle und denke, Zeiten, in denen ich beinahe identisch handeln würde. Bedeutet das gleichzeitig, dass man sich nicht weiter entwickelt hat?

 

 

L. hat sich ganz unbemerkt reingeschlichen. Ich muss irgendeine Aussparung offen gelassen haben. Es muss eine von den kleinen, fast unsichtbaren gewesen sein. Mit Sicherheit war ich nicht achtsam genug. Ich hatte einfach nicht mehr die Verriegelung heruntergedrückt und abgeschlossen. Vielleicht habe ich auch nur vergessen abzuschließen. Den Kloben in die Zarge zu drehen. Aber das hat ihm gereicht. L. braucht nicht viel Platz. Der Grad seiner Dichte ist einfach so hoch, dass er nur wenig Volumen braucht. Aber wie konnte mir das nur passieren? Seit D. sind immer alle erdenklichen Öffnungen penibel genau verriegelt, abgeschperrt, verschlossen und verriegelt. Durch irgendeine Aussparung muss er sich hindurch gedrückt haben. Dabei ist er mit voller Wucht in meinen Innenraum eingeschlagen, ohne zu bemerken, dass er ein Loch in die Wand geschlagen hat. Wie kann man das nur nicht bemerken? Wieso habe ich das nicht viel eher bemerkt?

In meinem Kopf dröhnt und hämmert es. Aber daran kann ich zu dieser Zeit nun nichts mehr ändern. Es bleibt nichts anderes übrig als auf den Zersetzungsprozess zu warten...

6.2.15 00:52


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