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auf.hören?
28.Juni 2008

was wäre wenn ich aufhören würde?
auf wen hören?
auf den der mir ins ohr flüstert?
oder den der mir ins gesicht schreit?
was wäre wenn ich aufhören würde zu schreien?
oder zu flüstern?
wäre ich dann taub?
oder würde es tauben regnen?
würde ich dann den regen fühlen können?
oder kann man wenn man taub ist nichts fühlen?
wäre ich am bewusstsein wenn die regentrofen auf mich schlagen?
oder schlägt vorher mein körper neben den tauben auf den boden?
könnte dann ich bin am boden aus meinem mund fließen?
oder wäre es mir ohne gefühl nicht mehr möglich ich bin zu sagen?
braucht man gefühle wenn man aufhört selbst zu sein?
oder werden gefühle zum inhalt eines tauben selbstlosen menschen?
wie viel inhalt hätte solch ein sinnloser mensch?
wäre er halb voll oder halb leer?
können halb leere menschen besser zuhören und aufnehmen?
oder können sie besser aufhören und zunehmen?
was wäre wenn ich auf mich hören würde?
würde ich dann aufhören?

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Paris

le petit Parisien
grandes gares
il est seul
grandes tours
il est sans défense
grands magasins
il est pauvre
grands boulevards
il est perdu
dans
la foule de la métro
entre les grands monuments
personne ne le voit pas
personne ne l'entend pas
mais
quand il est dans les jardins
vert, rouge, orange, jaune
il oublie tout
sur les quais de la Seine
il voit la tour Eiffel
voit la ville
voir des personnes
comme lui
voit la vie
et il commence à
l'aimer

 


11.01.2008
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- Heute also?

- Heute… ich habe Angst.

- Ich werd’ bei dir bleiben.

- Nicht lang genug. Ich hab wirklich Angst.

- Völlig unbegründet, glaub mir. Du hast genug darüber nachgedacht. Das alles ist sehr gut bedacht. Durchdachte Sachen gehen nie schief. Ich werd’ auf dich aufpassen.

- Und wie lang?

Das war nun endlich die Frage, auf die er keine Antwort mehr wusste und sie sah in seinem Gesicht wie sehr ihn diese Ratlosigkeit doch schmerzte. Sie stand mit einem scheinbar enthusiastischen Ruck auf.

- Gibst du ihn mir wieder?

- Nein, ich brauch ihn selber.

- Ich hab’ ihn dir nur ausgeliehen…

- Und was soll ich ohne ihn machen?

- Und was soll ich denn machen, so ganz ohne ihn?

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Bewegung

Bewegung. Verwandlung. Entwicklung.
Was soll das, wenn sie dir sagen, du sollst groß werden, du sollst stark werden, um lang’ zu leben?
Kind sein. Alles haben und alles verlieren. Erwachsen gemacht werden.
Schrei, wenn du nicht versinken willst. Wehr dich, wenn du mehr als das haben willst.
Was hast du schon? Selbst die Tränen haben sie dir aus deinen Augen gestohlen als du geschlafen hast und du möchtest so gern über all das weinen. Doch es passiert nichts, als dass dein Herz kurz stehen bleibt. Und du fragst sie: „Habt ihr das gesehen? Habt ihr das auch gefühlt?“
Sie sehen dich an. Mit einer blassen Wärme. Sie wollen, dass du aufhörst zu fühlen. Sie wollen Dich und nicht dein Ich.
„Geh woanders hin. Ich möchte das nicht sehen.“ Ich möchte das nicht sehen. Ich möchte dich nicht sehen. Wie krank du doch bist. Schrecklich!
Du fühlst dich nicht gut. Du schämst dich. Wieso fühlst du diese Reue? „Ich habe gedacht, was man nicht denken sollte…“
Hast du nicht vielmehr an das gedacht, was sie dir verboten haben?
„Aber ich kann nicht!“ Oder du willst nicht. Sie haben dir den Willen zum Leben genommen. „Aus Versehen.“ Kannst du aus Versehen jemanden verhungern lassen? Hör auf dich anzulügen. Kennst du dich denn überhaupt noch?

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Ebene Zwei

05. Okt. 2007 - 23.50 Uhr

„Gute Nacht, wie sagt man das auf deiner Sprache?“ Fragen wie diese waren jene, die die größte Intensität, in meinem Kopf, in meinem Herzen und in all den dünnen Adern, die ich vorher nur bedingt kannte, auslösten. Ich hatte ihm gesagt, wie ich mich dabei fühlte und er sah mich an, als sei ich unecht, als würde er sich ein teures Gemälde ansehen, das er jedoch nur nach einer Berührung als Objekt aus seiner Wirklichkeit annehmen könnte.

„Du hast nicht geschlafen.“ Er schrickt auf, sieht zu mir auf das von einigen Sonnenstrahlen durchbrochene, zerwühlte Bett hinüber. Ich sehe durch ihn hindurch. Ich fühle wie alles in diesem Raum kalt wird, sodass man den Verlauf seinen und meinen Atems in der kühlen Luft beobachten kann. Es ist ein heißer Sommermorgen, an dem man die Temperaturen kaum erträgt. „Nein, das war eine widerliche Nacht. Ich glaube, es ist etwas passiert, in mir… “ Er steht auf, bewegt sich lautlos zum Fenster und bleibt dort einige Minuten derart starr stehen, dass sich mir der Gedanke aufdrängt, er würde die Luft anhalten. Vielleicht damit ich nicht bemerken sollte wie eisig es nun doch geworden war... Die Schweissperlen auf meiner Haut brechen das Sonnenlicht in wunderbar klare Farben, sodass mein Körper auf perfekte Weise zerschnitten ist. Jetzt legt er seine Hand auf das Glas, drückt sie an, als würde er ein schweres Tor aufschieben wollen. Sein Kopf ist gebeugt. Er sieht aus wie eine zerbrochene Porzellanpuppe. Ich möchte aufstehen, zu ihm rennen und ihm den Kopf wieder richten. Er stützt seinen Körper mit der anderen Hand an der Fensterbank. Mein Körper ist einige Sekunden lang völlig taub. Wie schwer er sich doch fühlen muss.

Nun aber musste es kühler geworden sein, denn ich fühlte wie meine Haut sich reflexartig zusammenzog und die kurzen dünnen Haarchen auf meinem Arm sich aufrichteten. Und während ich ihn ansehe, seinen herzzerreißenden inneren Kampf beobachte - denn ein Kampf kann nie nur im Inneren stattfinden – sehe ich wie er weint und schreit, wie er sich, in dem Glauben sich zu sehr zu lieben, unheimlich hasst, wie er vergeblich versucht diesen inneren Druck abzubauen und mich davon unwissend zu lassen. Es tut mir weh ihn so zu sehen, also stehe ich auf und gehe auf ihn zu. Er bemerkt mich nicht und ich bleibe dicht hinter ihm stehen, sodass ich seinen vor Rage beinahe glühenden Körper berühre, sodass er meinen Atem auf seinem Rücken fühlen kann.

Doch er ist wie gefangen. Ich möchte ihn anschreien. Ich möchte ihn schütteln und ihn wecken aus diesen Gedanken. Aber es geht nicht. Er hat sich verändert. Es ist in ihm alles zerstört, wie als ich ihn kennen lernte. In ihm ist der Anfang und er weiß, dass ich viel zu müde bin um noch einmal anzufangen. Ich habe es gefühlt als wir aufwachten aus dieser Nacht. Ich habe gewusst, was in ihm passiert war. Alles war wieder zusammengefallen. In dieser Nacht.

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Von warmer Milch und süßem Honig

Journal Entry: Tue Jun 5, 2007, 7:29 AM

Wenn ich Dich ansehe, verschwimmt Deine gestalt zu diesem wunderschön geformten Gefäß und es erinnert mich an diese alte Geschichte und ich denke mir, Du seiest wie eine Tasse, gefüllt mit warmer Milch und süßem Honig, bei der vergessen wurde warm und süß miteinander zu vermengen.

Einige Menschen haben Dir vor einiger Zeit sanft Dein Inneres entfacht. Sie gaben Dir Wärme, die Du denn auch –wenn manchmal widerwillig mit mäßiger Geduld annahmst. Diese Wärme, sie war lange Zeit Dein und lange Zeit schlossest Du sie in Dir ein, ohne dass Dir jemals der Gedanke gekommen wäre, sie von Dir lösen zu wollen oder gar zu können.

Ich denke mir nun, Du seiest diese Tasse, voll von jener warmen Milch und blicke, in meinen Gedanken, so von oberer Stelle auf Dich hinab und sehe, es ist von jener Position nicht möglich, nicht einmal zu einem Mindestmaße, den angesprochenen Honig erahnen zu können.

Man hat Dir nicht nur die Wärme geschenkt, sondern auch die lieblichste Süße; und doch ist Dir nicht erdenklich, Dich mit diesen gütigsten Gaben völlig bedenkenlos zu vereinen. Du dummer Mensch mit diesem wunderbaren Inhalt! Du, der Du Dich zu keinem dieser vielen Tage dieser Schenkungen annehmen wolltest! Hast Du denn diese Ablehnung bedacht?

Ich sehe diese Gestalt und sehe Dich, denn Du bist wie eine Tasse mit warmer Milch und süßem Honig, bei der Du selbst versäumtest Deine Dir gegebene Süße unter deine gegebene Wärme zu rühren.

Nun sehe ich Dich und ich sehe diese Figur mit jenem makellosen Inhalt. Doch weiter sehe ich, wie sich, während ich von dieser Tasse trinke, die weiße Milch zu entwickeln scheint, wie sich mit jedem weiteren Schluck die Farbe deines Inhaltes zu einem wohl anziehenden Ton verändert. Die Farbe ist keine Täuschung und ich schmecke wie Du diesen Inhalt von warmer Milch und süßem Honig zu nutzen weißt, wie Du dem Trinkenden mehr und mehr Süße gibst und ihn gar zwingst, Deinen Inhalt aus Dir auszusaugen.

Du Mensch, gefüllt mit warmer Milch und süßem Honig, hast es, wie ich nun fühle, wohl nicht versäumt, jene wertvolle Süße mit deiner Wärme zu verbinden.
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wechselseitiger verfall

Journal Entry: Thu May 10, 2007, 11:26 AM

(...) es vergeht innerhalb eines kurzen augenblickes. und alles was bleibt sind die angesträngten, verhärteten gesichtsmuskeln, ist die völlige leere in den augen, ist das unscheinbare atmen, ist das zusammendrücken des unter- und oberkiefers. du fühlst dich benommen.
plötzlich denkst du die welt würde ihren atem anhalten. du fühlst den beängstigenden druck, dass sie sich langsamer dreht, sodass du selbst kaum in der lage bist die luft in dich zu saugen.
du schließt die augen so, als wärst du in einem tiefen gebet versunken. il n' y a rien. du fühlst dich wie unter wasser.
bald öffnest du sie wieder, rot vom zurückhalten deiner tränen, und du schreist diese welt an, sie solle sich beherrschen, sie solle aufhören, sich nur auf dich zu fokusieren, denn sie würde dadurch nichts zu wege bringen, denn es würde nichts besser gehen. und du fühlst, wie sie trotzig wieder kräftig luft holt und sich derart schnell dreht, sodass deine umwelt zersplittert wird, auf dich schießt, dich einschließt, dich erdrückt.
du hast sie verletzt; fühlst du das denn nicht?
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menteur et menteuse

Journal Entry: Sun Feb 4, 2007, 10:40 AM

Es ist als hätten wir uns nichts gewünscht als zu fliegen.
Es ist als sei es uns egal, dass wir an diesen Fäden hängen.

Jeden Morgen beugst du deinen Kopf nieder, um dir dieses Band um den Hals zu legen, das dich weit hochzieht, sodass dir die Luft in deinen Lungen nicht mehr genügt und du mehr und mehr in dich aufsaugst.
Jeden Abend wirst du sehen, wie ich das Band von meinem Hals vorsichtig löse und sorgfältig zusammenlege.

Es ist als würden unsere Spiegel uns belügen, wenn sie uns unsere Wunden zeigen.
Uns ist als seien wir frei, wenn wir fliegen.

Ich sehe, dass du dir die Augen verbindest. Du siehst, dass ich meine fest zudrücke, wenn wir uns gegenüber stehen. Wir sehen nichts. Wir fühlen. Ich fühle wie das Tuch um deine Augen Tropfen in sich aufnimmt und langsam dunkler wird. Du fühlst wie dünne glänzende Streifen von meinen Augen bis an den Mund fliehen.

Wir fliegen nicht.

Wir sind nicht frei, wenn nur unsere Körper frei sind.
Wir sind nicht frei, wenn nur unsere Gedanken frei sind.
Uns ist als seien wir frei.
Wir haben uns nichts gewünscht als gut lügen zu können.
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Ihr weißes Blut

Journal Entry: Fri Jan 19, 2007, 9:59 AM
Eines frühsommerlichen Tages, als ein herrlich rauer Wind wehte und die Sonne sich alle Mühe gab jeden kleinsten Teil der wunderschön blühenden Bäume zu erleuchten, ging ich den Weg entlang, den ich seit Jahren nicht mehr betreten hatte. Ich weiß nicht mehr wieso ich es tat. Es war fast als hätte ich mich gegen meinen Willen angezogen und mich auf diesen Weg begeben. Das Herz schmerzte mir seit einigen Tagen und mein Gemüt war derart schnell erregt, sodass sich mein Blut oft mit rasender Geschwindigkeit erhitze und meine vielen Adern zu verbrennen schien.
Nun also war ich auf diesem Weg, der von süßen Kirschblüten geschmückt wurde, die mir mit dem herrlichen Wind entgegen wehten. Ich blieb stehen und betrachtete mit viel vergnügen wie sie um meine Schuhe umhertanzten. Meine dunklen Gedanken waren völlig ausgeschaltet und ich fühlte eine eigenartige Ruhe, wie im Schutz der Mutter, wie ein Kind, das schläft und ruhig atmet, wie ein friedlich gestorbener Mensch, wie ein Grashalm in der leichten Brise. Und als ich nun nichts anderes als diesen Weg, meine Füße und die rosafarbenen Blütenblätter sah und nichts mehr denken konnte, ja sogar benommen war, da kamen mir mit jeder weiteren Minute weniger Blüten entgegen. Ein kurzer aber schmerzvoller Stich durchzog meine Brust als plötzlich schneeweiße Federn den Platz der Blütenblätter einnahmen und sich unglaublich schnell zu vermehren schienen. Ich wurde gezwungen, mich wieder an die vergangene schlaflose Nacht zu erinnern, in der ich mir gewünscht hatte, Flügel zu haben. Aus weißen, kleinen und weichen Federn. Ich traute mich nicht meine Knie zu beugen und diese Federn zu berühren, da mir der unheimliche Gedanke kam, es seien im Grunde noch immer Blütenblätter, die an meinen Füßen vorbei glitten und lediglich meine Gefühle würden mich leiten jene Federn zu sehen. Nein, ich wollte nicht enttäuscht werden. Denn falls es eine Täuschung war, war es eine wundervolle und herrliche.
Erst nach einigen vergangenen Minuten konnte ich mich wieder entsinnen, wo ich war und wieso ich stehen geblieben war. Es war als sei ich aus einem tief-süßen Schlaf wieder aufgewacht. Ich ging den Weg weiter. Die Federn umgaben mich noch immer. Doch nun stiegen sie von der Erde aus weit in die Höhe. Der Wind hatte währenddessen einige Wolken zusammengedrückt und es war plötzlich viel dunkler geworden als am Anfang meines Weges. Die Federn stiegen um meinen Körper herum in die Lüfte und es war mir als versuchten sie mit mir ein Spiel zu spielen.
Am Ende des Weges lagen unglaublich viele von diesen weiß-unschuldigen Federn leblos auf dem Weg und mir schien als hätte selbst der Wind Angst sich an diese Stelle anzunähren. Ich ging weiter und da sah ich dieses viele weiße Blut, in den sich die Federn gelegt hatten. Ich schaute um mich, doch fand niemanden. Ich wusste nun. Einige von ihnen wollen keine sein. Trotzdem haben sie wunderschön weiße Flügel. Es ist ihr Blut, womit sie ihre Federn färben. Ihr weißes Blut.
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es tut dir leid

Journal Entry: Tue Jan 9, 2007, 4:12 PM
geht es dir gut? nein, ich habe körperschmerzen.
danke. ich brauche keinen arzt
ich fühle zu viel
nachts, auf dem balkon, meine augen sehen das leuchtende herz, lichter, nasse füße. alles flimmert vor den augen. nichts. es schmeckt salzig. mir ist kalt.
wolken, sterne, mond. du.
zu viel, nicht alles

heißes wasser fließt auf meine haut. ich fühle wärme. nichts mehr.
jeden tropfen. nichts anderes. nicht dich.
das gegenteil von liebe ist nicht hass.
ich hasse dich nicht.
es tut nicht leid.
es tut nichts.
zu fühlen was du fühlst bedeutet nicht jene gefühle begreifen zu können.

es ist anders.
es tut mehr leid als du denkst oder andere.
entschuldige dich nicht. nimm mir nicht die schmerzen oder die grausamen gedanken.
ich will nicht.
du kannst nicht.
du sollst mir in die augen sehen, wenn ich weine.
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freier fall mit federn

Journal Entry: Sat Dec 30, 2006, 3:34 AM

(...)
nein, es geht nicht?
pah, meinst du! na gut, ich zeig dir was.
zuerst, schließ deine augen und gib mir deine hand.
wir gehen jetzt ein paar schritte zusammen. jaja, schnauze jetzt.
so.
an dieser stelle, genau hier - und wehe dir, du öffnest die augen-, vertraust du mir entweder, oder du versuchst es allein. du kannst allein gewinnen! du kannst aber auch mit mir gewinnen.. oder auch verlieren. aber was meinst du, wie es anfühlt, allein zu verlieren? brrrr!
entscheid dich. jetzt! tick, tack, tick, tack, tick, tick, tick...
mit mir? hm, sie haben einen guten kauf gemacht! aber abgesehen davon, dass du vor der süßen einsamkeit angst hast, hattest du nie die wahl... ha! du weißt doch nicht nichteinmal worum es geht. wie willst du denn da allein gewinnen? gut, gut. ich schweife ab.
das machst du übrigens echt toll mit den augen und so... ich hätte schon länst geguckt. herrgott nein, das war kein mistrauen, emotionales, labiles miststück!
sei nicht so ungeduldig. ist doch gleich vorbei!
meinst du noch immer, dass man nicht auf die kompromisse scheißen kann?
du sagstest irgendwann mal, lieber erkenntnis als glück...
mit mir gewinnen oder allein verlieren? du hast deine wahl getroffen.
kannst die augen wieder aufmachen... hm, ja. ziemlich tief die scheiße...
ich werde jetzt springen. und während ich mein leben nocheinmal revue passieren lasse und den kram mache, den man so macht bevor man auf den boden aufprallt -unterbich mich nicht bei meinem bösewichtsmonolog- werde ich mir vorstellen, ich könnte fliegen. entweder gewinne ich die erkenntnis, dass ich einen echt starken glauben an mich selbst habe und mir wachsen wirklich flügel, wie bei dieser sailor-moon-folge.... oder die, dass ich mit dem sprung doch wieder einen kompromiss eingegangen bin und man denen bis zum schluss nicht entfliehen kann.
hey! ich gebe dir jetzt noch fünf sekunden!
... damit du dir während deines falles auch so etwas hübsches ausdenken kannst.
mit mir? sie haben einen guten kauf gemacht!
aber keine sorge, gewinnen tust du so oder so!
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ein Mensch

Journal Entry: Thu Dec 28, 2006, 1:43 AM

Ein Mensch, der sich in völligem Einklang, in völliger Harmonie mit seiner sozialen und seiner persönlichen Identität befindet, darf von sich behaupten, er sei der Perfektion sehr nahe. Der besagte Mensch atmet nicht. Er lebt ohne von nutzlosen Dingen, wie etwa dem Atmen, abhängig zu sein. Und falls er nun den Drang verspühren sollte atmen zu wollen, atmet er einfach nichts als Leere ein. Er atmet einen weißen Rauch wieder aus, der sich, wie man erkennen kann, wenn man dem Ausatmenden dabei zuschaut, auf dessen Körper legt und ihn keine Kälte mehr empfinden lässt.
Jener harmonische Mensch kann keine Kälte mehr spüren! Wie wunderbar, sagt man sich. Und doch ist er trauriger Besitzer des von vielen gewöhnlichen Menschen angestrebten Glücks. Dieser Mensch wird nämlich sehr bald unzufrieden. Denn sobald ein Mensch alles von Einem besitzt, liegt es in seiner Natur mehr haben zu wollen. Er möchte haben, was er nicht hat oder was er nicht haben kann.
Da dieser nun alles Gute in seinen alleinigen Besitz barmherzig mit aufgenommen hat, muss der Mensch seine Richtung ändern und seinen Willen neu orientieren, was keinerlei Schwierigkeit für ihn bedeuten sollte. Plötzlich will dieser Mensch unbedingt, wie die anderen, atmen müssen. Er will die Empfindung der Kälte nicht missen, denn er bemerkt, dass er die der Wärme hasst. Er meint, nicht mehr fühlen zu können, nur weil ihm nicht mehr kalt werden kann. Er legt sich Ketten und verletzt sich selbst. Der Körper des Menschen hasst ihn dafür, dass er abhängig gemacht wurde. Seine persönliche Identität verliert sich in dem Streben nach dem Unglücklich-sein-wollen. So hat dieser Mensch es geschafft, seinen Willen durchzusetzen. Er ist unglücklich, weil er es hasste glücklich zu sein.
Bald jedoch, wird der selbige Mensch über seine missliche Lage klagen, denn nachdem er alles verloren hat, har er erfahren müssen, dass es –eigentlich –schön ist glücklich zu sein. Er gibt seiner sozialen Identität die Schuld für seinen begangenen, ihm nun bewussten Fehler.
Er ist allein. Er hasst. Er liebt nicht. Ihm ist kalt und nicht warm. Er weint. Über sich selbst. er fühlt. Nur sich…
Mensch, du kannst nicht alles haben!
Und auf die Kompromisse scheißen kannst du auch nicht. Nein, das geht nicht!
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sweet dreams, my dear.

Journal Entry: Sun Dec 24, 2006, 10:05 AM

Irgendwann blieb sie einfach nur stehen. Sie drehte sich um. Stille. Außer der finsteren Dunkelheit konnte sie nichts erkennen. Sie riss ihre Augen auf, in dem Glauben es würde plötzlich heller werden. Nein. Schwarz. Schweißperlen kühlten ihr angstbemaltes Gesicht. Sie keuchte, nachdem sie um ihr Leben gerannt war. Diesmal hatte sie ihn zu schwer enttäuscht. Sie hatte alle anderen enttäuscht. Hass. Liebe. Er hatte sie bestrafen wollen, hatte Blut sehen wollen, hatte ihre Reue sehen wollen. Harte Schläge, bis er müde geworden war. Sie hatte einfach ihre Augen geschlossen und drauf gewartet, dass dieser ihr so vertraute Mann mitleid mit ihrem Gesicht, welches von kleinen roten und transparenten Rinnsälchen geschmückt wurde, bekommen würde. Sie hatte lang die Augen schließen müssen bis die Tritte weniger wurden, bis sie ganz ausblieben. Er hatte sich noch nicht einmal die Mühe gegeben sie zu verfolgen, blieb in seinem Schweiß und seiner stark riechenden Alkoholfahne auf dem blutigen Teppichboden liegen. Der Körper zitterte, war müde von den dumpfen Schmerzen, die sie die ganze Zeit begleitet hatten. Vorsichtig ließ sie ihn auf den kalten Boden fallen. Sie wusste nicht wo sie war, war einfach nur beruhigt, dass sie nicht mehr seinen über ihren Körper gebeugten Kopf, sein Gesicht sehen musste. Die anderen wollte sie nicht mehr sehen. Sie weinte ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Was sollte sie nun machen? Wohin sollte sie? Ihren Namen hörte sie es aus der ferne rufen. Es war höchstens zur vierten oder fünften Stunde des frühen Tages. Sie hatte sich letzte Nacht in den süßen Schmerz gebettet und war eingeschlafen. Sie war ganz verwirrt, wusste nicht warum sie von fremden Stimmen, die ihren Namen riefen, geweckt wurde. Ihr Körper schmerzte und erschrocken sah sie sich das viele getrocknete Blut auf dem Boden an. Sie stand auf, wollte den Stimmen folgen, konnte jedoch nicht die Kraft aufbringen ein Paar Schritte aus der Scheune zu machen und blieb schließlich vor dem Tor liegen. Die Stimmen wurden leiser, bis sie nicht mehr zu hören waren. Sie atmete kaum, flach, zog ihre dreckige Bluse hoch und sah die vielen blauen Stellen an ihrem bleichen Körper. Erschrocken fühlt sie vorsichtig über diese. Er hat ihr eine Rippe gebrochen. Liebte er sie? Liebte sie ihn? Sie wusste es nicht, konnte sich nicht erklären, warum er sie immerzu verletzten musste. Immer wieder hatte er sie auf Knien um Vergebung angefleht und immer wieder hatte ihre Liebe zu ihm sie gezwungen ebenfalls auf die Knie zu fallen und ihm zu verzeihen. Doch diesmal hatte sie sich geschworen stärker als diese Liebe zu sein und war einfach aus dem Haus gerannt, barfuss ohne etwas. Mit ihrem Schmerz, der nun tiefer saß als sonst nie. Ein Paar weitere Stunden blieb sie auf dem verschmutzten Boden liegen, nickte für wenige Minuten ein, erschrak sich, wachte auf und schlief wieder ein. Das Kind in ihr konnte sich nicht beruhigen. Ständig wurde sie von einem Schleier umhüllt, der ihr mehr und mehr Angst auf die Schultern legte und sie konnte nicht die Kraft aufbringen diesen Schleier von sich zu werfen. Wieder weinte sie, als jemand langsam das Scheunentor öffnete. Sonnenstrahlen durchfluteten die Hütte. Es war ihr Bruder, der die große Tür aufgeschoben hatte. Er stand nun vor dem regungslosen Körper, betrachtete ihn kalt einige Minuten lang. Als sie ihren Kopf hoch streckte und ihre Augen ihn um Hilfe anflehten, nahm er sie an ihrem Arm, zog sie hoch und zischte etwas wie „ wir haben dich gesucht“ durch die Zähne. Sie musste sich von ihm tragen lassen. Jeder Teil ihres Körpers schmerzte. Es schien als könne er sie nicht hören, als er sie halbherzig in den Wagen legte. Sie war eingeschlafen und wachte in ihrem Bett wieder auf. Sie roch ihn, atmete wieder schwerer, schneller, weinte wieder, hatte Angst. Er wollte die Reue in ihrer Stimme hören. Alles nur gespielt. Ein Kuss, ein Schwur, Tränen neben Blut. Ein kurzer Gedanke, ein Augenblick. Nur eine einzige Lösung? […]
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Sterne vor den Augen

Journal Entry: Sat Dec 23, 2006, 1:10 PM

Stundenlang liegt er bereits im Bett.
Montag, Mittag, Regen, Dunkel.
Er nimmt die halbleere Packung Schmerztabletten in die Hand, nimmt ein Paar in den Mund.
Bitter.
Süße Tränen.
Gewohnheit.
Er denkt an den Streit mit seiner Mutter.
Wo waren die Tabletten, die sie in den Badezimmerschrank gelegt hatte?
Sie wusste es. Er hatte sie.
Zuerst nur zwei. Dann noch mal drei.
Er denkt sich immer wieder, er könne seinen Kopf ausschalten, ihn füllen mit Leere.
Auch diesmal enttäuschte er seine Gedanken, sich, die Anderen.
Keine Wirkung.
Die Anderen? Nein.
Er hasste sich tief. Er liebte sich selbst mehr als jeden anderen.
Sucht?
Er mag es. Abhängigkeit von Sinnlosem. Er weiß nicht warum. Er schiebt auch diese Gedanken von sich.
Eine Puppe. Glasaugen. Regungslos. Leblos.
Nichts als eine Decke mit einer rauen Struktur. Er verbindet in Gedanken die Wölbungen.
Bilder.
Er lacht.
Nun bilden sich plötzlich Gesichter.
Sie blutet. Über ihr sein Gesicht. Sie liebt diesen Mann. Er hasst ihn.
Sein Magen zieht sich zusammen, schmerzt ihm.
Er schließt die Augen, drückt sie mit den Fingern in die Höhlen. Fest, wie ein Kind, das glaubt ein Ungeheuer gesehen zu haben.
Dieser Mann ist ihm unheimlich.
Langsam.
Stille.
Schweres Atmen.
Schlaf.
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Vom Verliebten Soldaten

Journal Entry: Fri Dec 22, 2006, 5:16 AM

Ein verliebter Mann, sich selbst ernannt zum Soldaten, hält seit vielen Jahren unermüdet seine Waffe auf der immer selben Höhe, um diese wunderschöne, wehrlose Frau, diesen Engel zu beschützen, um sie niemals zu verlieren.
Oft hat er sie vertrieben, diese gewöhnlichen Menschen, die alles und jeden begehren, ohne auch nur ahnen zu können, was jenes Gefühl bedeute. Doch eines Tages sollte sich diese vollkommene Gleichgültigkeit, diese Gewohnheit des Verliebten ändern.
Schon von weitem konnte dieser eine dunkle, ihm nicht bekannte und immer größer werdende Gestalt erkennen, die sich entschlossen ihren Weg zu dem Soldaten bahnte. Und als nach einigen vergangenen Minuten diese Gestalt, ein Jüngling von neunzehn Jahren, vor ihm stand, mit einer stattlichen Höhe und einer schmächtigen Figur, da fühlte dieser Mann plötzlich seine unendliche Liebe zu der schönen Frau bedroht. Sein Herz raste, sein Blut wurde ihm unangenehm wärmer, seine Sicht verschwamm. „Sag, was willst du hier?“ „Ich will mich mit dir unterhalten. Und falls du dies ablehnen solltest, dann bitte ich dich, beantworte mir diese eine Frage…“ „Nein, ich kann nicht! So geh jetzt, bevor ich diese bereits auf dich gerichtete Waffe benutzen muss. Die wenigen Kugeln sollten deine schöne Gestalt nicht zerstören. Sie gelten dir nicht.“ „Dann, mein lieber, benutze deine Waffe. Mich quält diese Frage seit ich dich vor nun einer Woche beobachtete und sah wie glücklich du aussahst. Und nun erlaube mir meine im herzen brennende Frage zu stellen, damit mein Durst nach Wissen gestillt wird.“ „Ich werde dich nicht drum bitten zu gehen, ich biete dir nur die Wahl.“ „Sag mir bitte, wen versuchst du täglich, jahrelang zu beschützen? Du siehst so glücklich aus…“. Völlig verwirrt, verzweifelnd, nun auch vor Unsicherheit zitternd, fragt der Soldat schließlich: „Wie kannst du dein Leben für diese Frage geben, wenn du doch die Antwort mit deinen Augen sehen kannst?“ „Ich verstehe nicht…“, der Jüngling sah den armen Mann mit traurigen, die Wahrheit erkennenden Augen an und fühlte den Schmerz, der sich langsam von seinem Herzen aus ausbreitete. Sein Blut erreichte nicht mehr die Wege zum Kopf, zu den Armen, den Beinen, doch es floss, dem Jüngling war warm, sein Körper wurde kühl, wurde kalt, wurde leblos.
Der Mann atmete schwer. Er weinte. Ihm tat seine Handlung leid. Er wollte es nicht. „Das wollte ich nicht…“, er drehte sich um, wollte seiner Geliebten seine Trauer mitteilen, wollte getröstet werden, hielt inne, atmete nicht mehr, wusste nichts mehr. Jahrelang hatte er nun diese wunderschöne Frau beschützt und geliebt, mit ihr geredet, gegessen und geschlafen, doch niemals hatte er den drang verspürt, sie anzusehen. Sie ansehen zu wollen, sie zu suchen, sie nicht zu finden, so dass ihm klar wird, dass diese Frau, dieser Engel ebenso niemals da war.
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